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"HUNGERTUCH" Unliebes-, Geburts-, Kriminal-, Lebens-, Gottes-lästerer-, Irrenhaus- und Sterbegeschichten aus dem Nachlaß eines Abendländers, im Grunde eine Liebesgeschichte, die vielleicht hätte gelingen können
Roman, 591 Seiten Werkpreis der Schweiz. Schillerstiftung Ein monumentales „Selbstgespräch“. Zusammengestellt (von seiner Nichte) aus dem Nachlass des schwermütigen Arztes Ruos, der zuletzt noch Kuratoriumspräsident des Talmuseums sowie Inspektor für Lebenskunde und andere Freifächer am Kollegium Sankt Michaelis war. Er sinnt nach über die Reste eines Hungertuches, das eine Welterklärung abbildete, und über die Heilsgeschichte: von der Genesis bis zur Atombombe. Und er ersinnt einen Doktor Füst, den er in eine Psych. Klinik einweisen muss und der ihm, dem Arzt, zum Spiegel wird. Auch einen Pater Albert, der die Lebenskunde erneuern möchte, stellt er sich vor. Und er folgt den Spuren des Cartaphilus, der einst Türhüter des Pilatus gewesen war und seither als Ewiger Jude durch das Abendland wallt. Doktor Ruos fragt sich, ob das Heil möglich oder unmöglich sei, und streitet mit sich über die Heilkunst von gestern und heute. Und er grübelt über das Verschulden in der Altzeit und in der aufgeklärten Moderne, auch über Sucht als Flucht vor dem Eigentlichen und über den Gottesglauben, der ihm im Schosse der Kirche abhanden gekommen war. Schreibend erinnert er sich an Professor Kowalski, bei dem er in jungen Jahren Kulturgeschichte gehört hat, und wandernd wie Cartaphilus, der Ewige Jude, erzählt er aus der Geschichte und Geschichten aus Schynigen sowie aus seinem eigenen Leben: Unliebes-, Geburts-, Kriminal-, Lebens-, Gotteslästerer-, Irrenhaus- und Sterbegeschichten gräbt er aus: im Grunde eine private und menschheitliche Liebesgeschichte, die vielleicht hätte gelingen können. |